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Sommertörn 2019 -Teil I-

Hallooooooo Sturm oder Flaute LeserInnen… diesen Beitrag gibt’s leider nur zum Hören… vorerst. ?

Lange habt ihr nichts mehr von mir gelesen, also so richtig, so ausführlich, wie ihr es sonst von mir gewohnt seid 😉
Ich melde mich zurück von meinem Sommertörn und möchte meine ganz persönlichen Erfahrungen und Eindrücke mit euch teilen.

Vorab werde ich allerdings noch einmal erklären, warum Irmi zu Hause bleiben musste.

Die Idee für den Sommer 2019

Schon im letzten Jahr habe ich mit Jessi an Bord gesessen und darüber philosophiert wie der kommende Sommer wohl seglerisch für uns verlaufen wird. Wir waren sicher, dass wir mehr segeln werden und alles mit mehr Selbstsicherheit von statten gehen wird. Wir stellten uns vor viele Wochenenden einfach nach Dänemark oder in die Schlei zu segeln. Und wir planten einen richtigen Sommertörn. Wir wollten mindestens 3 Wochen an Bord sein und die dänischen Inseln erkunden.

Zu Beginn des Jahres wurden Urlaubsanträge eingereicht, Spardosen für die Urlaubskasse aufgestellt und eine Reparaturliste für Irmi erstellt. Auch über mögliche Erneuerungen und Anschaffungen machte ich mir Gedanken und investierte in nötige Sicherheitsausrüstung (Lifebelts, Feuerlöscher,Löschdecke, Knick-Kühpacks, Klammerpflaster, Desinfektionsmittel etc.). Eigentlich hätten diese Dinge schon letztes Jahr an Bord sein sollen, aber da hab ich irgendwie nicht drüber nachgedacht…

Nun startete das Jahr ja etwas holprig und nicht ganz easy… Nach dem Kranen ging die Stopfbuchse kaputt und der Motor kam ganz raus, um das Motorfundament korrekt anzupassen. Ich zog (relativ spontan) komplett aufs Boot. Startete einen neuen Job. Usw.

Das war nicht immer alles einfach so erledigt oder schnell fertig. Manche Situationen und Umstände erforderten mehr Zeit und Kraft von mir, als erwartet.

Die Eingewöhnung und Realisierung, dass ich kein zu Hause mit festen Mauern mehr hatte und nur noch dieses schaukelnde, klappernde und kleine Boot, erweckte nicht die ganze Zeit ein freudiges Gefühl in mir…

Wenn es die ganze Zeit stürmisch ist und überall wackelt und klappert ?

Und Timo, mein guter Freund und Bootsbaumeister, wurde im Frühjahr mit Aufträgen buchstäblich überrannt. Ich habe ihn oftmals nur kurz vorm Schlafen aus dem Auto direkt bei sich an Bord gehen sehen. Manchmal hatte er einen kurzen Moment Zeit und konnte einen Teller mit uns gemeinsam essen. Meistens waren nur kurze Gespräche möglich, weil er den Kopf übervoll hatte.

Er wollte die ganze Zeit auf der Irmi beginnen das Fundament zu bauen, jedoch kam ihm immer wieder etwas dazwischen. So ist das einfach manchmal und ich kenne das aus meiner Selbstständigkeit nur zu Gut!

Kurz vor dem Urlaub sprachen wir miteinander und es war klar, dass es eine relativ knappe Kiste wird, den Motor rechtzeitig wieder eingebaut zu bekommen. Wir wollten es dennoch versuchen und verabredeten uns am Samstag den 20.07. am Mastenkran, um den Motor mit dem Kran wieder an Bord zu bekommen.
Ein paar Stunden später war das Fundament geplant und schon halb eingebaut. Der Motor stand auch schon wieder an Bord.

Ich freute mich und war aber auch etwas skeptisch, ob es rechtzeitig fertig werden würde.


Am Sonntag und Montag saß Timo nach Feierabend bis spät abends bei mir an Bord und tat sein Bestes, um das Fundament anzupassen. Es gab noch ein paar Schwierigkeiten an der Ausrichtung, damit alles hundertprozentig in Waage mit der Stopfbuchse verläuft. Und er konnte uns nicht zusichern, dass er am Dienstagabend fertig sein würde.

Seit Montag Nachmittag war Jessi mit ihrem Gepäck im Hafen und wir sprachen über unsere Möglichkeiten, wenn der Motor nicht in den kommenden Tagen einsatzbereit sein werde.

Wir hatten die Überlegung das Auto mit Camping-Equipment zu beladen und Richtung Spanien zu fahren. Wir würden einfach hier und da mal anhalten, um zu schlafen und am Ende in der Sonne auf irgendeinem Campingplatz am Strand in der Sonne liegen und Sangria schlürfen.

Die Idee fanden wir nicht schlecht und die Aussicht auf Sonne und Strand sehr vielversprechend. Allerdings war eine Hitzewelle angekündigt und wir hatten beide keinen Bock auf die super lange Autofahrt. Wir wollten doch eigentlich segeln!

Dieses Bild entstand im März 19, in Skagen. 1 Nacht im Auto ist ja mal ganz witzig, aber 2-3 Wochen?! ?

Uns fiel spontan ein, dass wir im Freundeskreis ein Pärchen hatten, die schon öfter mal jemandem ihr Segelboot die „Ella“, eine Albin Accent 26, angeboten hatten und wir fragten sie einfach, ob sie sich vorstellen könnten uns ihr Boot zu leihen.
Und tatsächlich waren sie einverstanden. Das war zu krass!
Wir würden tatsächlich in den langersehnten Sommerurlaub segeln♥

Die tolle Ella ?

Und am nächsten Morgen (Dienstag) ging es dann los. Einkaufen, Autos weg organisieren, Bootseinweisung bekommen und alle unsere Sachen bestmöglich verstauen. Es war viel zu tun und der tag verflog im Nu.

Noch am selben Abend legten wir gegen 19.30 ab und machten uns auf den Weg raus aus der Kieler Förde.

Es war kein Wind und nicht mehr lange hell. Wir entschieden uns unter Maschine zu bleiben. Das würde uns eh gut tun, um Vertrauen in den Motor zu gewinnen.

Wir sahen das schönste Farbspektrum, was bei einem Sonnenuntergang zu sehen sein kann! Es war echt so wahnsinnig schön. Wir hätten uns fast vor Freude ein paar Tränen weggewischt.

Da es ja schon spät war und wir mittlerweile echt hungrig waren, ging ich unter Deck und begann einen leckeren Nudelauflauf zuzubereiten.

Plötzlich schrie Jessi draußen und ich dachte jetzt ist sonst was passiert. Ich sprang ins Cockpit, mein Adrenalin war auf Anschlag… Da hörte ich ihre Worte und pure Freude: „Da sind Schweinswale. Endlich habe ich auch mal einen gesehen. Ich habe noch nie welche gesehen. Ich habe deren Existenz schon fast angezweifelt. Aber jetzt weiß ich, dass es sie doch gibt.“

Ich freute mich mit ihr und wir beobachteten sie noch eine Weile. Schön war das!

Wir waren uns auch einig, dass dies ein gutes Omen war und die Reise einfach nur super werden wird.


In Dunkelheit, kurz vor Mitternacht, erreichten wir Damp. Jessi stand auf dem Vorschiff mit der Taschenlampe in der Hand. Ich an der Pinne mit der Kopflampe und leicht weichen Knien. Auf der Suche nach einer freien Box.

Da ich den Hafen und auch das Boot nicht kannte, habe ich mir auf der Seekarte und im Hafenbuch von NV Charts/Verlag den Hafen angesehen und mich versucht dann bestmöglich zu orientieren.
Nicht ganz einfach in Dunkelheit… 😉

Es waren direkt ein paar nette andere Segler im Hafen, die uns zuriefen wo eine freie Box sein würde und standen am Steg, um unsere Leinen anzunehmen.
Das Manöver lief ruhig und souverän ab. Und die Besatzung fiel sofort auf… Es wurde etwas gesagt wie: „Oh und sogar 2 Frauen“

Wir interpretierten diese Äußerung schlichtweg als Kompliment, für unser lässiges und flüssiges Anlegemanöver. Daraufhin genossen wir unseren ersten Auflauf aus dem Omnia Ofen. Lecker!♥

Und so begann die Reise mit der Ella, statt der Irmi.


Ihr wisst nun die Gründe für den Bootstausch auf Zeit und dass wir gut gestartet sind.


Damit die Beiträge noch gut zu lesen bleiben und nicht in einem Roman enden, erfahrt ihr im nächsten Beitrag wo wir überall hingeseglt sind, wem wir alles begegneten und was noch alles so für Dinge passierten und/oder kaputt gegangen sind… 😉

Also meine Lieben, lasst die Haare wehen und klemmt euch nicht!

Eure Kim

Kim

Das ist Kim, eine segelbegeisterte, lebensfrohe und energievolle Frau, die den Schritt zum eigenen Boot wagt. Die gute Irmi scheint ihr als angemessenes Geschenk zum 30. Geburtstag (2018). Was sie so erlebt, repariert, testet, sich ausdenkt und zu berichten hat schreibt sie auf, dreht sie Videos von, hält sie in Bildern fest und spricht sie in ihrem Podcast ein. Manchmal ist sie allein, öfter hat sie ihre Freunde oder interessante Menschen an Bord. Immer ist irgendwas los, es wird nie langweilig!!!Sie hat den großen Traum um die Welt zu segeln... bis dahin sammelt sie Erfahrungen auf der Ostsee oder wo sie hin eingeladen wird. Weitere Wassersportarten werden ausprobiert und finden ggf. einen Platz in ihrem Repertoire. Sie genießt das Leben und nimmt Dich ein Stück mit... Ihre Devise: "Gib`nicht auf, sondern kämpfe für deine Träume und dann SPRING` einfach! Sturm oder Flaute - der Segelblog für Alle!

3 Comments

  1. Hallo ihr beiden, der Start etwas holprig, aber super gestartet. Nachts im Hafen einzulaufen ist nicht ohne ?, aber gut gemacht. Ich freue mich auf weitere Reiseberichte
    LG Helmut

    • Danke Helmut. Es war auch echt aufregend. Ja weitere Berichte kommen… Ich sitze schon fleißig an den Tasten

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