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Basic Safety Teil II

Moooin Moooin… in diesem Beitrag geht es um den zweiten Teil meines Basic Safety Kurses in Elsfleth.

Letzte Woche hatte ich ja von meinem Highlight bzw. meinem aufregendsten Moment beschrieben… Brandbekämpfung im Brandcontainer… (hier geht’s zu Teil I)

In der zweiten Woche gab es nicht ein besonderes Highlight. Es gab nicht den einen Moment oder die Aufgabe, die mich an meine Grenzen brachte. Es gab verschiedene Situationen und Erfahrungen, die ich super spannend und cool fand und die ich schon länger mal ausprobieren wollte…

Hörversion… Am Ende vom Text findet ihr den Link zum Video

Zum Beispiel habe ich seit einigen Jahren Interesse daran mit einem geschlossenen Rettungsboot, ein sogenanntes Freifallboot, von der Aussetzvorrichtung zu Wasser zu gleiten bzw. zu fallen.

Ich hatte mich auf diesen Part schon richtig gefreut. Micha unser Ausbilder, erzählte uns, dass es (mittlerweile) in Deutschland nicht mehr Standard ist, die Fahrt im Freifallboot zu absolvieren.
Aber wir hatten großes Glück, denn Robert ist Meteorologe und sein Arbeitgeber verlangt eine entsprechende Übung in einem Basic Safety Kurs.
So durften wir in das Rettungsboot einsteigen und den Fall am eigenen Leib erleben. Der Parallel-Kurs schaute vom Land aus zu. (Tut mir leid für euch, Leute!)

Und was soll ich sagen… es war geil! Ich war aufgeregt, aber nicht ängstlich. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt mit so vielen Menschen in einem so kleinen Raum zu sitzen und aus der Höhe ins Wasser zu fallen. Wie würde sich wohl der Aufprall anfühlen, oder wird es eher ein Eintauchen?

Dann ging es los…

Nachdem wir einen Bootsführer bestimmt hatten, bzw. sich einer bereit erklärte diesen aufregenden Part zu übernehmen, stiegen alle 11 TeilnehmerInnen und unser Ausbilder die Treppen nach oben. Nach und nach nahmen wir Platz in dem Rettungsboot, allerdings wurden uns die Plätze teilweise zugewiesen. Denn eine möglichst optimale Gewichtsverteilung ist wichtig.

Dirk, Bootsführer im Freifallboot, bei seiner Hand der HydraulikHebel zum Auslösen

Ich saß relativ weit hinten, also an der Tür. Direkt neben dem Bootsführer. Wir saßen alle rückwärts und schnallten uns fest an. Michael schloss die Tür und als auch er fest geschnallt war, gab er dem Bootsführer entsprechende Instruktionen. Dirk saß als Einziger vorwärts gerichtet im Boot. Er musste den Hydraulikhebel betätigen, der den Fall auslösen wird. Wenn wir im Wasser angekommen sind, wird er den Motor starten und uns zurück zum Anleger fahren.

So weit so gut… Michael sagte so etwas wie „Es sind ca. 10 Hübe und bei 3 geht’s los.“ Dirk zog am Hebel und zählte von 10 rückwärts… Tatsächlich löste sich das Boot bei 3… nach dem 3. Hub 😉
Hahhaa also bei 7 löste sich das Rettungsboot aus der Halterung und fiel hinab.

Und zack, waren wir auch schon im Wasser… Es dauerte ca. nur 2 Sekunden, schätzungsweise. Und der Aufprall bzw. das Eintauchen war ganz sanft, viel sanfter als ich erwartet hatte.
Und schon startete der Motor und ein paar Minuten später standen wir wieder an Land und das Rettungsboot wurde am Haken wieder nach oben gezogen.

Das war echt cool!

Das andere Highlight war für mich das Schwimmbad.

Bzw. die Übungen im Schwimmbad. Zunächst ging es in Schwimmkleidung und einer Feststoff-Schwimmweste ins Becken. Nicht über die Badeleiter, natürlich, sondern vom Beckenrand.
Und nun aber auch nicht mit nem Kopfsprung oder einer Arschbombe, sondern mit verschränkten Armen und ausgestreckten Beinen.

Nach dem wieder Auftauchen dreht man sich in Rückenlage, falls es nicht ohnehin durch die Weste schon automatisch passiert ist. Es wird dann in Rückenlage mit möglichst wenig Bewegungs- und Kraftaufwand rücklings geschwommen.

Wir haben dann verschiedene Verbindungen im Wasser ausprobiert. Zum Beispiel sich in einer Reihe oder im Kreis zusammenfinden. So kann im Notfall eine Gruppe zusammen bleiben und ggf. auch ein kleines bisschen Wärme halten.

Später sprangen wir noch im Eintauchanzug und Schwimmweste ins Becken, es gab auch ordentlich Wellengang und zum Schluss noch Gewittersimulation. (Ich habe noch nie einen Sprung vom 3 Meter Brett gewagt… Im Eintauchanzug bin ich von der 4,5 Meter Plattform gesprungen… Hinterher war ich schon etwas stolz 😉 )

Natürlich war das Ziel nicht mit Schwimmweste im Wasser herum zu planschen und lustig vom Beckenrand zu springen. Es war natürlich auch das Ziel in eine Rettungsinsel zu kommen. Übrigens war dies ein anderes, langersehntes Ziel von mir: Notfall-Übungen mit einer Rettungsinsel.
Und das, meine lieben Freunde, ist echt nicht so easy, wie ich es mir vorgestellt habe. Mit Eintauchanzug und auch ohne, bei Wellengang ein Kraftakt. Mit dem Knie auf den Kniering gelangen, dabei die Griffe an der Leine im Boot greifen und sich hochziehen, während die Wellen gegen dich spielen… Also ich war froh, dass ich helfende Hände im Boot vorfand, die mir halfen einzusteigen.

Und als ich da dann so in der Rettungsinsel saß… nass, eingeengt, nichts sehend, schaukelnd, dann war ich sehr froh! noch nicht in Seenot geraten zu sein. Mir wurde nicht schlecht und ich hatte keine Angst, ich versuchte mir vorzustellen, wie es sich wohl bei deutlich kälteren Temperaturen und mit echter Angst wohl anfühlen würde.

Würde ich in Panik geraten oder beginnen zu „funktionieren“, um für andere Menschen eine Stütze zu sein? Wie würde man sich versuchen zu unterhalten? -Denn das Geräusch des Wassers war irre laut. Worüber würde man wohl reden? Nach welcher Zeit würde ich so verzweifelt sein, dass ich an einer Rettung zweifle?
Ich wusste die ganze Zeit, dass ich sicher im Schwimmbecken war und hatte aus dem Grund Zeit diese Gedanken durchzugehen. Ganz anders, als im Brandcontainer, da hatte ich kurzzeitig vergessen, dass ich mich in einer Übungssituation befand und empfand alles recht real.

PS. Im Schwimmbad gab es ein Foto und Filmverbot… Ich hätte sicherlich mit einer Sondergenehmigung trotzdem ein paar Aufnahmen machen dürfen… Hab ich aber einfach nicht 😉

Am Ende der Woche fanden für alle die Praxis- und Theorieprüfungen statt.

Meine Lerngruppe…

Um darauf angemessen vorbereitet zu sein, trafen wir uns am Abend zuvor mit einigen Teilnehmern in der Cafeteria und gingen die Fragebögen gemeinsam durch. Das war effektiv und zeitweise auch so lustig!

Zum Beispiel war da eine Frage: (in etwa) Wie verhalten Sie sich, wenn sie nach einigen Tagen in der Rettungsinsel waren und nun die Rettung kommt?
Und es stand da wirklich in den Antworten mit als Erstes:
– Rettungsinsel aufklaren…
Wir kamen aus dem Lachen kaum wieder heraus und malten uns Bilder aus, wie man den Rettungsleuten erstmal einen Keks und warmen Tee anbietet… Wie man beginnt die Decken zu falten, Kotztüten zu leeren und sich die Haare kämmt…
Es war sehr lustig in dem Moment!
(Dass damit gemeint ist, umhertreibende Leinen o.ä. einzuholen, Ruhe zu bewahren und nichts zu überstürzen, war uns natürlich klar.)

Alle Teilnehmer haben die Prüfungen erfolgreich bestanden und freuten sich natürlich am Ende des Tages. *Herzlichen Glückwunsch*

Ich möchte an dieser Stelle nochmal „Danke“ sagen.

Danke an Michael, dass du die 2 Wochen mit so viel Humor und Abwechslung gestaltet hast. Es hat mir jeden Tag viel Spaß gemacht bei dir im Kurs zu sein und so viel zu lernen!

Danke auch an die tollen Kursteilnehmer. Ihr wart eine tolle Gruppe und ich fand die Lernatmosphäre sehr angenehm und entspannt.
Danke auch, dass ihr das Fotografieren und Filmen zugelassen habt und meinen Beitrag gelesen habt ♥

Hier könnt ihr das Ganze in einem Video ansehen…

Das war der 2. Teil von meinem Basic Safety Kurs… Ich geh dann mal an Bord und mich auf dem Wasser austoben…

Lasst die Haare wehen und klemmt euch nicht!

Eure Kim

Kim

Das ist Kim, eine segelbegeisterte, lebensfrohe und energievolle Frau, die den Schritt zum eigenen Boot wagt. Die gute Irmi scheint ihr als angemessenes Geschenk zum 30. Geburtstag (2018). Was sie so erlebt, repariert, testet, sich ausdenkt und zu berichten hat schreibt sie auf, dreht sie Videos von, hält sie in Bildern fest und spricht sie in ihrem Podcast ein. Manchmal ist sie allein, öfter hat sie ihre Freunde oder interessante Menschen an Bord. Immer ist irgendwas los, es wird nie langweilig!!!Sie hat den großen Traum um die Welt zu segeln... bis dahin sammelt sie Erfahrungen auf der Ostsee oder wo sie hin eingeladen wird. Weitere Wassersportarten werden ausprobiert und finden ggf. einen Platz in ihrem Repertoire. Sie genießt das Leben und nimmt Dich ein Stück mit... Ihre Devise: "Gib`nicht auf, sondern kämpfe für deine Träume und dann SPRING` einfach! Sturm oder Flaute - der Segelblog für Alle!

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