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2020 – ist das Kunst oder kann das weg?!

2020… ein Jahr, dass ich wohl nie vergessen werde. Es passierte so viel und wieder nichts. Auf und ab ohne Rast. Ein Jahr für sich.

Moin liebe Sturm oder Flaute – Menschen.
Ich melde mich aus der Versenkung, aus dem OFF, aus meiner derzeitigen Achterkajüte…

Hörversion

Seit Wochen, nein sogar seit Monaten sitze ich gedanklich hier und schreibe wieder Zeile um Zeile über mein Segler-Leben. Und dann war da bis jetzt eine fette Blockade. Ich kann euch gar nicht beschreiben warum, aber ich war einfach nicht in der Lage zu schreiben. Ich war darüber traurig, ratlos und auch überrascht. Mir fiel einfach gar nichts ein, was ich hätte aufschreiben können. Und dabei saß ich ja nicht melancholisch herum und starrte die Decke an…. Aber ich tat auch nichts, was euch (als Sturm oder Flaute – Follower) wohl interessiert hätte.

Nun möchte ich doch ein paar Worte finden und die vergangenen Monate kurz zusammenfassen.
Nach meinem letzten richtigen Blogeintrag im Januar war ich hochmotiviert in die neue Saison zu starten. Ich hatte viele Ideen und Ziele. Es gab einige sehr vielversprechende Gespräche und Verhandlungen über mögliche Kooperationen und coole Projekte. Alles deutete auf eine richtig spannende Zeit hin.

Dann arbeitete ich im Februar und erkrankte ziemlich doll. Ich war richtig ausgeknocked und es lief nichts mehr. Auf dem Weg der Besserung übernahm ich ein paar Tage lang den Näh-laden meiner Mutter, weil sie einen Unfall erlitt. Direkt im Anschluss, es war bereits März, fuhr ich, noch immer etwas hustend, in die Schweiz. Dort durfte ich für 3 Wochen, als Nanny, einer sehr lieben und vertrauten Familie die Skiferien begleiten. Danach wollte ich dann allmählich die kommende Segelsaison vorbereiten und finale Gespräche führen, Pläne Schmieden etc.

Doch dann kam Corona

Die Mutter und ich entschieden gemeinsam mit den Kindern in der Schweiz, auf dem Berg zu bleiben. Dort lebten wir abgeschieden vom Tourismus und wollten erst einmal abwarten wie sich die Situation entwickelt. Wir fühlten uns dort sicherer.
Die Tage und Wochen vergingen. Der Schnee begann zu schmelzen und wir erlebten den Frühling. Es war schön und schmerzlich zugleich.
Ich genoss es sehr so lange in den Bergen sein zu dürfen, diesen herrlich leckeren Käse täglich essen zu dürfen, die Luft und Aussicht jeden Tag zu haben. Und ich fühlte mich zeitweise so abgenabelt. Der soziale Kontakt zu meinen Freunden und das Meer fehlten mir wahnsinnig.
So oft es mir möglich war, telefonierte ich nach Hause. Doch das half natürlich nur bedingt.
Nach 7 Wochen Aufenthalt, statt 3, traten wir den Rückweg an. Mitten in der Nacht düsten wir zurück nach D. Dort verbrachte ich noch 2 Wochen mit ihnen gemeinsam die Quarantäne und wurde dann von 2 Freunden abgeholt.

Ich freute mich so sehr wieder zu Hause zu sein. Es war so toll wieder auf der Irmi zu sein. Wahnsinn!

So schön, so gut… Corona war noch immer da

Nun denkt ihr wahrscheinlich: “ Ja und?! Dann warste ja wieder zu Hause und hättest einfach mal wieder schreiben können.“

Ja stimmt, hätte ich. Aber ich konnte nicht. Ich brauchte einige Zeit, um erstmal wieder anzukommen. Ich musste mich auch mit meinen Jobs neu sortieren. Alles musste mehr online ausgerichtet werden. Die Buchungen waren weniger, somit hatte ich mehr mit existenziellen Sorgen zu tun. Zudem habe ich ein Projekt angenommen, für das ich relativ viel Zeit benötigte.
Alles in allem war es eine turbulente und aufreibende Zeit. Und eine Zeit mit kurzen freien Phasen, aber nie wirklichen Pausen dazwischen.
Da blieb keine Zeit und Kreativität für Sturm oder Flaute übrig.

So verstrichen meine Wochen und Monate, ohne dass ich es richtig merkte. Die Segelsaison verflog quasi vor meinen Augen.
Nicht nur, weil ich enorm viel arbeitete, sondern auch, weil ich meinen Fokus auf den Verkauf von Irmi legte und viele Besichtigungen natürlich am Wochenende stattfanden. So fehlte es an Zeit und Motivation. (Rückblickend würde ich manches anders machen… aber so lief es halt.)

Und als Irmi dann endlich verkauft war, fiel mir erst richtig auf, dass meine Segelsaison gar nicht stattfand.
Zum Glück ergab sich dann doch noch die Möglichkeit zumindest ein bisschen auf`s Wasser zu kommen, durch meine Tätigkeit als Segeltrainerin im Camp27/7.

Darüber möchte ich nun gar nicht viel jammern. Ich hatte es ja in der Hand und hätte bestimmt hier und da anders steuern können.

Meine „verstrichene“ Segelzeit und eigentlich sogar das gesamte Jahr, bislang, sehe ich eher auch als große Lernaufgabe für mich.

Für mich ist die Pandemie eine Zeit gewesen, in der ich noch ein Stück mehr zu mir selbst finden konnte. Ich habe gelernt wie weit ich über meine Grenzen gehen und über mich hinauswachsen kann. Meine eigenen Grenzen zu erkennen, anzuerkennen und zu vertreten, war auch ein großer Lerneffekt. Ich habe gelernt geduldiger zu sein und dabei entspannt zu bleiben. Ich habe das Gefühl ich kann insgesamt mehr in mir ruhen. Und Abgrenzung war ein großes Thema. Die Probleme anderer nicht zu sehr zu Meinen werden zu lassen.

Und das soll nicht heißen, dass ich meine Power oder Lebendigkeit verloren habe. Keineswegs liebe Freunde… 😉

Ich brauchte wohl einfach diese Zeit für mich. Es war vielleicht eine gewisse „social media Diät“.
Aber ihr könnt mir glauben, ich habe es vermisst! Ich habe es vermisst zu schreiben, zu fotografieren, zu filmen, zu posieren, umher zu reisen!!!
Und ich verspreche euch, es wird wieder mehr von Sturm oder Flaute geben!

Am kommenden Wochenende geht’s dann tatsächlich doch noch mal aufs Wasser. Die Kalkgrund Regatta steht an und ich hoffe wir kommen auf unsere seglerischen Kosten und schaffen eine Top-Platzierung <3

Kommende Aussichten

  • Als nächstes möchte ich euch zeigen, wie ich seit einigen Wochen wohne… Eine Wohngemeinschaft auf 10 Metern… 😉
  • Dann kommt irgendwann bald ein neues Boot, das ich euch natürlich vorstelle. Sobald ich ein Passendes gefunden habe… (Ich hatte schon einige Besichtigungen, jedoch war die Liebe noch nicht dabei.)
  • Je nachdem wo ich es finde, kommt ihr natürlich mit auf den Überführungstörn. Ist doch klar 😉
  • Außerdem kann man auch fantastisch im Winter segeln. Da hab ich schon Lust drauf.
  • Im November gibt es die „Boot und fun“ in Berlin, wo ich evtl. hinfahren möchte.
  • Die Segelsaison ist zwar zu Ende, aber die Kitesurf Saison nicht. Hier nehme ich euch vielleicht auch gerne mal mit.
  • Ja und dann steht der 2. Winter vor der Tür. Und wie es sich dann an Bord leben lässt, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Also meine lieben… Ich habe Bock und freue mich darauf nach dieser Pause wieder mehr Gas zu geben!

Lasst die Haare wehen und klemmt euch nicht <3

Eure Kim

Kim

Das ist Kim, eine segelbegeisterte, lebensfrohe und energievolle Frau, die den Schritt zum eigenen Boot wagt. Die gute Irmi scheint ihr als angemessenes Geschenk zum 30. Geburtstag (2018). Was sie so erlebt, repariert, testet, sich ausdenkt und zu berichten hat schreibt sie auf, dreht sie Videos von, hält sie in Bildern fest und spricht sie in ihrem Podcast ein. Manchmal ist sie allein, öfter hat sie ihre Freunde oder interessante Menschen an Bord. Immer ist irgendwas los, es wird nie langweilig!!!Sie hat den großen Traum um die Welt zu segeln... bis dahin sammelt sie Erfahrungen auf der Ostsee oder wo sie hin eingeladen wird. Weitere Wassersportarten werden ausprobiert und finden ggf. einen Platz in ihrem Repertoire. Sie genießt das Leben und nimmt Dich ein Stück mit... Ihre Devise: "Gib`nicht auf, sondern kämpfe für deine Träume und dann SPRING` einfach! Sturm oder Flaute - der Segelblog für Alle!

2 Comments

  1. Schön wieder von Dir zu hören. Bin schon gespannt auf das neue Boot. Wünsch Dir eine kurzweilige Herbst u. Winterzeit.
    Habe heute das erste Mal den Blog als Audio gehört. Sehr coole Sache.

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