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Ich bin wichtiger, als das Material!

Ahoi liebe Sturm oder Flaute LeserInnen.
Ich war in der vergangenen Zeit etwas schreibfaul und versteckt…
Der Titel beschreibt meine neueste Erkenntnis ganz gut. Aber was genau dahinter steckt möchte ich euch in den folgenden Zeilen mal erzählen.

Ich habe das neue Boot gekauft und mich allmählich eingerichtet. Das Wetter wurde ab Oktober immer ungemütlicher und die Heizung-Saison war schon im Gange.
Heizen auf einem Boot bedeutet für die Meisten von uns “Ofen an”. Einige heizen von uns mit einem Kohle-Ofen, andere mit einer Diesel-Luft-Heizung und manche haben eine Dieselofen.

Ich habe eine Diesel-Luft-Heizung verbaut und die läuft Tag und Nacht. Es ist nämlich sinnvoll das Boot auf einer gewissen Temperatur zu halten, um die Feuchtigkeit etwas begrenzt zu halten.

Ja und dann gab es da noch so eine Wetter-Schutz-Plane für das gesamte Boot beim Kauf dazu. Ich habe erst versucht sie zu verkaufen, weil ich es mir unpraktisch vorstellte immer unter der Plane mich zu bewegen. Aber niemand wollte sie kaufen. Und als ich dann sah wie viel Dreck aus den Ofenrohren der Nachbarn sich bei mir an Deck, auf der Sprayhood und der Baumpersenning sammelten, entschied ich doch die Plane über das Boot zu ziehen und es einfach mit dem Heck zuerst in die Box zu legen.

Doch bevor ich das tat, bekam ich eine Anfrage für eine TV Produktion.

Der WDR kam Ende November zu Besuch und drehte für eine Sendung bei mir. Das Thema war “mach mal… 3 besondere Wohnkonzepte”.
Die Dreharbeiten haben mächtig Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen, finde ich! Hier geht’s zum Beitrag <3

Direkt nach der Abfahrt des Teams brachte ich mit meinem Freund die Plane an Bord und deckte das Boot ab.

Von außen betrachtet wirkte das Boot vor der Witterung gut geschützt. Unter Deck war es zunächst gemütlich. Ich schaltete die kleinen Lampen, Lichterketten und Kerzen an.

Wie man sich selbst geißelt und eine depressive Verstimmung zufügt

In den Tagen darauf fand ich es noch gemütlich immer im seichten Schein des Lichtes zu sein. Denn die Leuchtkraft der an Bord befindlichen Lampen ist eher nur schummerig.
Doch schon nach ungefähr 1,5 Wochen oder so, veränderte sich etwas. Ich hatte zunehmend Schwierigkeiten morgens aufzustehen. Ich ließ den morgendlichen Kaffee auf der Veranda mit meinen Mitbewohnern ausfallen und ging nach dem Zähneputzen direkt wieder an Bord-weil ich so spät dran war. Ich blieb immer länger tagsüber an Bord und kam nur kurz mal raus, um zur Toilette zu gehen. Ich arbeitete einfach so vor mich hin und zog mich immer weiter zurück.

Nach ungefähr 6,5 Wochen erkannte ich, dass mein Gemütszustand dem fehlenden Tageslicht geschuldet war. Ich hatte eine ähnliche Phase schon einmal erlebt, als ich in einer Maisonette Wohnung mein Zimmer im Untergeschoss hatte. Da hielt ich die Situation einige Monate aus und war dementsprechend noch tiefer versunken. Man das war schlimm!

Um mir etwas gutes zu tun verabredete ich mich mit meiner besten Freundin täglich zum Spazierengehen mit ihrem süßen Welpen <3
Schon beim 2. Mal hatte ich eigentlich keine Lust. Denn das Wetter war nass, kalt und alles andere als schön. Aber ich überwand mich und zog mir einfach dicke Sachen an. Ich zwang mich selbst! Jeden Tag aufs Neue.

In der 8. Woche gab es eine gravierende Änderung.

Da die liebe Hafenkatze Layla an Weihnachten verstorben war, war ich auf der Suche nach neuen tierischen Mitbewohnern für mich und den Hafen.
Über eine Tierschutzorganisation wurde ich auf 2 junge Katerchen aufmerksam. Ich durfte sie spontan in der Pflegestelle in Kiel kennenlernen und am nächsten Tag kam die liebe Kirsten zu Besuch und verschaffte sich einen Überblick von dem neuen potenziellen Zuhause der beiden Katerchen. Sie war etwas skeptisch, wie wir wohl die Zeit der Eingewöhnung gut überstehen würden. Aber sie fand mich sympathisch und vertrauenserweckend und stimmte der Vermittlung zu <3
Am Tag darauf zogen die beiden bei mir ein und brachten neue Energie an Bord.

Sehr schnell merkte ich ihre Sehnsucht mehr von der Außenwelt sehen zu wollen und ich bastelte aus einem alten Kissenbezug und einem Sofakissen eine kleine Hängematte. Ein zweiter Aussichtsplatz entstand aus einer alten Holzschublade und ein paar umgebogenen Winkeln, sowie einer Schnur.
Aber sie konnten ja dann immer noch nicht raussehen, weil die Plane die Sicht versperrte.
So konnte das nicht bleiben!
Ich ging sofort an Deck, schaute mir die Befestigung der Plane an und stellte fest, dass ich den unteren Teil einfach nach oben umklappen konnte. So ist die Plane noch fest und es kommt aber Licht durch die Fenster im Decksaufbau.

Und nach nur 2 Tagen oder so merkte ich einen deutlichen Energieanstieg meinerseits.

Mein Freund schüttelte nur mit dem Kopf, als ich ihm von meiner Erkenntnis berichtete. Er sagte, dass er mir das ja schon länger so vorgeschlagen hatte.
Ich erinnerte mich, dass er so etwas sagte, aber ich dachte die Plane würde dann nicht mehr richtig halten und das Material schützen können. Aber ich hatte es mir nie angeschaut…*KlatschandieStirn*
Ich nahm es also lieber in Kauf mich selbst zu geißeln, um das Material des Bootes zu schützen. Das ist mal echt richtig dämlich gewesen!
Ich (mein Seelenheil) bin(ist) doch wohl viel wichtiger, als irgendein materielles Teil!
Hab ich jetzt verstanden <3

Ich bin so froh, dass Loki und Nando zu mir gefunden haben und sehr gespannt darauf was wir in Zukunft miteinander alles erleben werden <3

Und ich bin so dankbar, dass mein Freund und meine besten Freundinnen in den vergangenen Wochen so liebevoll und aufmunternd für mich da waren! Ich war echt in nem komischen Film unterwegs…
Aber umso besser, dass ich es nun verstanden habe und sagen kann
I AM BACK !
Voller Tatendrang, Motivation und neuen Visionen.

2021 ICH HAB` BOCK!!!

Lasst die Haare wehen und klemmt euch nicht!
Eure Kim

PS. Wie es sich zur Zeit an Bord so lebt werde ich euch im nächsten Blogeintrag berichten. Einen kleinen ersten Einblick, könnt ihr in dem Artikel im Float-Magazin lesen <3

Kim

Das ist Kim, eine segelbegeisterte, lebensfrohe und energievolle Frau, die den Schritt zum eigenen Boot wagt. Die gute Irmi scheint ihr als angemessenes Geschenk zum 30. Geburtstag (2018). Was sie so erlebt, repariert, testet, sich ausdenkt und zu berichten hat schreibt sie auf, dreht sie Videos von, hält sie in Bildern fest und spricht sie in ihrem Podcast ein. Manchmal ist sie allein, öfter hat sie ihre Freunde oder interessante Menschen an Bord. Immer ist irgendwas los, es wird nie langweilig!!!Sie hat den großen Traum um die Welt zu segeln... bis dahin sammelt sie Erfahrungen auf der Ostsee oder wo sie hin eingeladen wird. Weitere Wassersportarten werden ausprobiert und finden ggf. einen Platz in ihrem Repertoire. Sie genießt das Leben und nimmt Dich ein Stück mit... Ihre Devise: "Gib`nicht auf, sondern kämpfe für deine Träume und dann SPRING` einfach! Sturm oder Flaute - der Segelblog für Alle!

One Comment

  1. Moin Kim, das mit dem Licht unter Deck im Winter habe ich auch sehr schnell bemerkt. LED Streifen mit warmen weißen licht überall. Und ja. Auch meine Pläne wurde umgeklappt.
    Nun verzichte ich ganz auf die Pläne und muss im Frühjahr putzen. Ganz liebe Grüße an deine Kater. Lass es dir gut gehen. Lg aus dem festgefrorenen Boot slisand

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