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Tropfen für Tropfen

Ahoi ihr da draußen…
Der Herbst ist da… Mit seinen Winden, seinen Temperaturen, seinen Farben, seinen Gerüchen, seinem Regen.

gefunden bei Pinterest

Ich mag ja den Herbst. Er ist in Norddeutschland so facettenreich spürbar. Es gibt Stürme und Regen, mal ist es schon kalt und wenn die Sonne dazu kommt, ist es mollig warm. Die Bäume färben sich bunt und die Pilze sprießen aus dem Boden.

Die Hörversion.. etwas rauschig-Sorry!

Es liegt Verabschiedung in der Luft. Abschied vom Sommer und ein langsamer Abschied vom gesamten Jahr beginnt. Das letzte Quartal in einem Jahr ist erst bunt und wird dann dunkel, bis das Licht (Tageslicht) immer weniger wird und wir eine kurze Phase -gefühlt- im Dunklen leben und Kerzen uns Licht spenden. Dann beenden wir das alte Jahr und begrüßen das Neue mit Feuerwek und Raketen 🙂

Zeit für Reflektion

Es ist auch eine Zeit zum Nachdenken… Was war bis jetzt los in diesem Jahr, was gab es alles zu erleben, was habe ich lernen dürfen, hatte ich mir Ziele gesteckt und sie schon erreicht? Was möchte ich noch machen?

Und so reflektiere ich meine vergangenen Monate und lasse alles ein wenig in meinem Kopf revue passieren. Viele schöne Tage und Momente durfte ich genießen und viele innere Aufgaben meistern.
Dieses Jahr war, meiner Meinung nach, sehr anstrengend-bis jetzt.

Das ist okay und ich habe viel lernen dürfen. Ich denke alles was war hatte seinen Grund und seine Berechtigung. Ich bin froh, dass nicht nur ich 2019 so empfand, sondern eigentlich fast alle Menschen in meinem Umfeld berichteten ähnliche Erfahrungen.

Aber nun genug von der Gefühlsduselei…

Hin zu „Sturm oder Flaute“ und zum heutigen Titel… „Tropfen für Tropfen“…

Mir wurde oft gesagt, dass Boote niemals zu 100% trocken sind und es immer mal hier oder da etwas nass ist…
Nun gab es in den vergangenen Wochen immer wieder mehr Regen… (Ja auch im Sommer regnete es, aber da ist es noch nicht so nass auf der Irmi geworden)
Ich bemerkte undichte Stellen auf meinem Boot. In einem Schapp regnete es rein und tränkte das Polster darunter…
Ich räumte das Schapp leer und beobachtete beim nächsten Regen den Verlauf des Wassers. Es waren die Püttinge der Oberwanten, beidseitig. Die Dichtungsmasse war einfach nicht mehr ausreichend vorhanden und ließ Wasser ins Boot rein.

Das konnte und wollte ich natürlich so nicht lassen.
Ich erkundigte mich bei meinen Freunden, wie ich das genau machen muss, worauf ich achten muss usw.
Ich wusste schon, dass es nicht besonders kompliziert werden würde. Ich wollte aber einfach keinen Fehler machen und war für Tipps dankbar.

So schnappte ich mir entsprechendes Werkzeug und Dichtungsmasse… Zack löste ich den Wantenspanner an Backbord. Dann von unter Deck die Muttern vom Pütting und schon stand der Mast nur noch mit 3 statt 4 Wanten. Alles gereinigt und von den Resten der alten Dichtungsmasse befreit, kam neue Paste drauf und in die Löcher hinein. Schwupps Pütting wieder rein und sanft angezogen. Nach einigen Stunden bzw. am nächsten Tag habe ich dann die Muttern erst fest angezogen.

Das hat den Grund, so wurde mir gesagt, dass die Masse Zeit hat auszuhärten und einen entsprechenden Puffer zu bilden, um richtig abzudichten. Zieht man die Muttern gleich fest, quetscht sich die Dichtungsmasse gleich wieder raus und es bleibt kaum etwas zurück.
Klingt ja logisch… und ich weiß, für die Meisten von euch ist das selbstverständlich… aber vielleicht denkt nun auch nur eine oder andere Person „ah, ja cool… verstanden“ 😉

Auf der anderen Seite tat ich das Gleiche, nur 2 Tage später, weil es immer wieder zwischendurch regnete. Und der Untergrund muss trocken sein, für die nötige Haftung.

Und Yeah… seit dem ist es an diesen Stellen trocken!

Nun muss ich noch eine undichte Stelle am Bug ausfindig machen… Da tropft es nämlich in mein Bett… und das ist echt uncool. Wenn man sich ausstreckt und plötzlich erwacht, weil der Fuß ins Nasse tritt.
Mag ja bei Schlafwandlern eine bewährte Methode sein und ist definitv effektiv und sanft… Im Bett eher unangenehm 😉

Kleiner Spaß am Rande… gegen Regen auch nicht ganz unnütz 😉
(Dieses Bild entstand bei einem Messeabbau…)

Oh und einen Tipp gegen das Hereinregnen habe ich noch…

Schließe die Luke vom Vorschiff in dieser Jahreszeit, wenn du schlafen gehst... *hhahha*
Es ist mir letztens passiert, dass es draußen recht milde Temperaturen waren und ich in meiner Koje und der kuscheligen Decke lag und noch einen Moment den Sternenhimmel beochachtete.
Dann schlief ich dabei ein und wachte irgendwann ein paar Stunden auf, weil mir Regentropfen ins Gesicht fielen *hahhhaha*
Ich schloss schnell die Luke und bemerkte, dass auch ein Teil der Decke und des Polsters schon nass waren. Es war aber mitten in der Nacht, ca 3 oder 4 Uhr und ich noch müde. Also drehte ich mich um, dort hin wo es noch trocken war und schlief noch einen Moment weiter. Am nächsten Morgen trocknete ich die Sachen dann, mittels meiner Heizung an Bord.

Was gibt`s noch Neues?

Ich habe meinen Job im Segelcamp 24/7 beendet. Wir haben in den verganenen 2 Wochen alles abgebaut und in dieser Woche (Montag/Dienstag) die Boote von der Stadt in Richtung Kran (Friedrichsort) überführt.
Das waren 2 wundervolle letzten Arbeitstage!

Und ich bin mit vor stolz fast platzender Brust umher gelaufen, weil ich singlehanded gesegelt bin. Am Montag habe ich ganz alleine 2 der c55 Jollen überführt und am Dienstag im Geschwader mit 3 weiteren Segeltrainern eine Skippy -singlehanded- überführt.

Ich weiß, das ist nun keine großes Kunstwerk oder herausragende Aufgabe gewesen, aber für mich bedeutete dies viel! Ich scheue mich etwas davor alleine mit einem Boot rauszufahren. Also mit einem Opti ist das kein Problem. Aber alles darüber 😉

Ich saß auf einer Skippy, wie im Bild ganz rechts

Ich habe auch gar keine Angst die Manöver draußen alleine zu fahren. Das klappt, je nachdem wie gut ich das Boot kenne, ganz gut und souverän. Mir geht eher immer die Muffe, wenn ich ans An- und Ablegen denke.

Aber es lief super mit den Manövern und ich habe nichts kaputt gemacht 😉
-Das macht Mut für Widerholungen-

Nun fragen sich vielleicht einige was ich als nächstes mache… um Geld für meine Brötchen zu verdienen…
Und jetzt wird es richtig cool!

Ich hatte erst überlegt in meinen alten Beruf als Heilerziehungspflegerin wieder einzusteigen. Nicht unbedingt in eine Kita, sondern ich hatte überlegt in Richtung Schule zu gehen. Ich wollte wenn dann gerne mit etwas älteren Kindern arbeiten.
Ich schrieb schon Bewerbungen… Da erhielt ich von Malte, dem Chef von My Captain, einen Job angeboten. Ich sollte im Office seine Angestellte unterstützen und regelmäßig mit auf die Boote als Deckhand/Bootsfrau bei Überführungsfahrten, Schlepperfahrten usw. dabei sein.

Das Angebot fand ich sehr spannend und wir trafen uns für ein persönliches Gespräch.
Nach einem Probearbeiten an Bord stand fest, dass ich mit an Bord kommen dürfte 🙂
Und zwar überwiegend an Bord und weniger im Büro… Den social Media Bereich darf/soll ich für die Firma übernehmen♥

Ich werde nun also meine Seediensttauglichkeit bestätigen lassen und dann mein Basic Safety machen. Zudem strebe ich eine Weiterbildung zur Social Media Managerin an.

Ich bin überglücklich über diese Chance und bin hochmotiviert für meine neuen Aufgaben!
Wahnsinn, was das Leben manchmal so für Überraschungen bietet- GROßARTIG!!!!

So und nun wisst ihr was los war, los ist und dürft, so wie ich, gespannt sein was noch kommt♥

Mein Leben ist schon ziemlich spannend, finde ich…
Ich fühle mich oftmals wie Pippi Langstrumpf… Immer für Abenteuer bereit und mache mir mein Leben, wie es mir gefällt 😉

Also Freunde, lasst die Haare wehen und klemmt euch nicht!

Eure Kim


Kim

Das ist Kim, eine segelbegeisterte, lebensfrohe und energievolle Frau, die den Schritt zum eigenen Boot wagt. Die gute Irmi scheint ihr als angemessenes Geschenk zum 30. Geburtstag (2018). Was sie so erlebt, repariert, testet, sich ausdenkt und zu berichten hat schreibt sie auf, dreht sie Videos von, hält sie in Bildern fest und spricht sie in ihrem Podcast ein. Manchmal ist sie allein, öfter hat sie ihre Freunde oder interessante Menschen an Bord. Immer ist irgendwas los, es wird nie langweilig!!!Sie hat den großen Traum um die Welt zu segeln... bis dahin sammelt sie Erfahrungen auf der Ostsee oder wo sie hin eingeladen wird. Weitere Wassersportarten werden ausprobiert und finden ggf. einen Platz in ihrem Repertoire. Sie genießt das Leben und nimmt Dich ein Stück mit... Ihre Devise: "Gib`nicht auf, sondern kämpfe für deine Träume und dann SPRING` einfach! Sturm oder Flaute - der Segelblog für Alle!

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